Es geht weiter

Nächste Woche Mittwoch ist es so weit: Wir haben die Vorbesprechung für das Sommer-Seminar „Was ist Natur?“.
Noch gibt es zwei Rest-Plätze. Machst du mit?

Der Kurs ist unter der Nummer 605SOT im Campus System ganz schnell gefunden.

Was dich erwartet? Spannendes zu der Frage „Was ist Natur?“ und eine tolle Exkursion durch die Heimischen Wälder. Neues Wissen garantiert!

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Die Tübinger Window-Farm

Im Rahmen des letzten „Saft“-Seminars haben drei StudentInnen, Johannes, Lena und Anna, eine eigene Window-Farm gebaut. Um Tübingern den Nachbau zu erleichtern haben sie eine Anleitung verfasst, die explizite Hinweise auf die Beschaffungsmöglichkeiten vor Ort geben. Viel Spaß beim Studieren und Nachbauen!

Die Tübinger Window-Farm:

Wer fände es nicht toll, genau zu wissen, wo das Essen auf unseren Tellern herkommt und wie es gewachsen ist? Wenn man nicht auf das Gemüse aus dem Supermarkt angewiesen ist, das oft einmal quer durch Europa oder gar durch die ganze Welt transportiert wurde. Wenn man sein Obst und Gemüse selber produzieren und ihm jeden Tag beim wachsen zuschauen könnte. Aber wer hat schon den Platz und die Zeit dafür? Wie soll man in einer kleinen Wohnung ohne Balkon und Garten Gemüse anbauen?

Britta Riley hatte eine Idee dazu: In ihrem kleinen New Yorker Apartment baute sie die erste “Window Farm”. Dabei verbindet sie das Konzept der Hydrokultur mit der Idee eines vertikalen Gartens. Das heißt, dass die Pflanzen übereinandergestapelt vor dem Fenster eines jeden Wohnzimmers wachsen können. Über ein Bewässerungssystem werden sie mit Nährstoffen und Wasser versorgt, deshalb brauchen sie keine Erde und können auch in kleinen Töpfen optimal wachsen. Als Gefäße für die Pflanzen kann man recycelte Plastikflaschen benutzen und auch der Rest kostet nicht viel.

Damit jede_r in Tübingen sich möglichst einfach ein solche Window Farm basteln kann, haben wir ausprobiert, wie es geht und präsentieren hier eine Anleitung mit Tipps und Tricks, wo man Sachen gut und günstig herbekommt.

Material

  • (am besten pfandfreie) PET-Flaschen, sie dürfen keine Verjüngung am oberen Ende haben (wie viele ihr benutzen könnt, hängt von der Größe eures Fensters ab, bei einem mittelgroßen Fenster passen 9 Flaschen ganz gut)

    z.B. Volvic oder Vittel 1,5L oder 2L Mineralwasserflaschen

  • Sprühfarbe (möglichst hell, damit sich die Flaschen später nicht zu stark aufwärmen) (z.B. Graffiti-Farbe ca. 5€/Dose)

  • eine robuste Schnur (z.B. Naturfaserschnur ( 6,19€ für 100m bei Toom)),
    wie viel ihr braucht, hängt davon ab, wie groß das Fenster ist und wie viele Flaschen aufgehängt werden sollen. Für drei Flaschen übereinander sollte man etwa 6m Schnur rechnen.

  • dicken Draht (Durchmesser 2-3 mm,etwa 10cm pro Flasche)

  • Stoffreste/ ein Stück Schwamm

  • Plastikblumentöpfe (sie sollten den gleichen Durchmesser wie die Flaschen haben), aus dünnem Plastik, wie sie z.B. bei gekauften Kräutern oder Blumen verwendet werden

  • Blähton oder Kokosfasern (ca. 3,50€ bei Bero Eisenwaren oder im Bau- bzw. Gartenmarkt)

  • Hydrokulturnährlösung (z.B. aus dem Toom-Baumarkt für  für 3,99€, es gibt in der oberen Etage extra ein Regal für Hydrokulturzubehör) oder Wurmtee (siehe Schritt9)

  • Gemüsesetzlinge (rechtzeitig vorher ansähen, kann man im Sommer auch auf dem Wochenmarkt kaufen)

  • Aquarien-Luftpumpe mit mehreren Kanälen, wenn man mehrere Reihen von übereinanderhängenden Schläuchen will  (findet man häufig in Kleinanzeigenmärkten, z.B. oder Eheim Air Pump 100/200 mit 1 oder 2Kanälen ca 30€ neu, recht leise)

  • Aquarienschlauch ca. 6m, 4mm Durchmesser, T-Steckverbinder (Zoohandel)

  • Zeitschaltuhr (2€, im Baumarkt)

Werkzeug

  • Schere

  • Cutter

  • einen großen Nagel

  • eine Kerze und Feuerzeug/Streichhölzer

  • Kneifzange

  • Zange zum Verbiegen des Drahtes

  • Bohrer (etwa 4mm Durchmesser)

Anleitung

1. Zunächst müssen die Flaschen am oberen Ende, das für die Windowfarm genutzt wird, mit Farbe eingesprüht werden. Dadurch sollen die Wurzeln der Pflanzen vor Licht geschützt werden. Man sollte eine möglichst helle Farbe wählen, damit es in der Flasche nicht zu heiß wird.

2. Dann müssen die Flaschen mit einem Cutter durchgeschnitten werden. Um ein gerade Kante zu bekommen, kann man sich mithilfe eines Blatt Papier eine Linie auf die Flasche zeichnen. In den abgetrennten oberen Teil der Flasche sollte später das Pflanztöpfchen gut hineinpassen.

3. Ein dicker Nagel wird über einer Kerzenflamme heiß gemacht. Etwa zwei Zentimeter unterhalb der Schnittkante werden damit auf zwei gegenüberliegenden Seiten Löcher für die Aufhängung in die Flaschen gestochen. Vorsicht: Der Nagel wird dabei heiß, also besser nur mit einer Zange festhalten!

 4. Aus dem dicken Draht werden mit einer Greifzange s-förmige Haken gebogen und       durch die Löcher in den Flaschen gesteckt. Daran können sie später aufgehängt werden.

                                                                                                                                                

5. Blumentöpfe für Hydrokultur haben im Gegensatz zu normalen Plastikblumentöpfen große Schlitze, sodass das Wassergut hindurchlaufen kann. Mit dem Cuttermesser werden deshalb in die gewöhnlichen Blumentöpfe Schlitze geschnitten. Die Töpfe können dann in die Flaschen gesetzt werden.

6. In den Flaschendeckel wird mit dem Bohrer ein Loch gebohrt. Aus den Stoffresten bzw. einem Stück Schwamm schneidet man Kreise in der Größe des Deckels aus und schneidet in der Mitte ein kleines Loch hinein. Man legt das Stoffstück als eine Art Dichtung in den Flaschendeckel, damit nicht zu viel Wasser aus den Flaschen laufen kann, und um Dreck zurück zu halten. Durch das Loch in Stoff und Deckel wird ein Stück der dicken Schnur gefädelt und im Deckel mit einem Knoten fixiert. Diese Schnur soll dafür sorgen, dass das Wasser daran kontrolliert von einer in die andere Flasche nach unten laufen kann. Dann können die Deckel wieder auf die Flaschen geschraubt werden.

7. Anschließend werden die Flaschen aufgehängt. Wir haben jede Flasche an einem eigenen Schnurstück befestigt, sodass man jede Flasche einzeln aus dem System nehmen kann (z.B. um sie sauber zu machen). Dazu werden an die Schnurenden Schlaufen geknotet, in die der Topf an den Haken eingehängt werden kann. Im Zweifelsfall sollte man die Aufhängungsschnur besser doppelt nehmen, sie hat später einiges an Gewicht zu tragen.

8. Um ein Zurückfließen des Wassers in die Pumpe zu verhindern, wird diese höher als der Wasserstand im Auffangbecken gestellt. Der an der Pumpe angesteckte Schlauch führt bis zum Boden des Auffangbeckens und endet dort in einem T-Stück. An einer Seite des T-Stücks wird ein kurzes Stück Schlauch angesteckt, das offen am Boden des Auffangbehälters endet. Durch den Druck der Wassersäule dringt Wasser in den Schlauch ein, im Bereich des T-Stücks wird das Wasser durch die von der Pumpe kommende Luft tröpfchenweise durch das Steigrohr auf der anderen Seite des T-Stücks nach Oben geleitet.

9. Zum Schluss müssen noch die Töpfe mit dem Substrat befüllt werden. Dann pflanzt man sein Gemüse ein. Im Prinzip eignen sich fast alle Arten, lediglich Gemüse, das unterirdische Wurzeln oder Knollen ausbildet (Zwiebel, Möhren, Radieschen, Kartoffel), wächst in einer Window- Farm nicht gut. Die Hydrokulturlösung wird wie auf der Packung beschrieben verdünnt. Wem die Lösung zu teuer ist, oder wer sein Gemüse lieber mit natürlichem Dünger ernähren möchte, kann dafür Wurmtee benutzen. Das ist eine nährstoffreiche Flüssigkeit, die bei der Herstellung von Wurmkompost anfällt. Wurmkompost zu machen ist gar nicht schwierig und braucht nicht viel Platz. Mithilfe von roten Kompostwürmern werden dabei organische Abfälle in einer kleinen Tonne oder in Eimern kompostiert (ohne dass es unangenehm riecht).Anleitungen dafür gibt es im Internet, z.B. hier: http://www.mein-nasch-balkon.de/d%C3%BCnger-kompost/wurmhumus-kompost/

Jetzt viel Spaß beim Basteln und viel Erfolg!

P.S.: Als aufwendigere, aber optisch etwas ansprechendere Alternative zu den PET-Flaschen kann man auch 1l-Glasflaschen verwenden (z.B. von Glühwein). Dazu braucht man Glasschneider (ca. 3,50€ bei Toom), Glasbohrer (5 mm, ca 7€) und Bohrmaschine. Der Glasschneider wird mit Schraubklemmen eingespannt, sodass man damit durch Drehen der Flasche eine Sollbruchstelle in das Glas kratzen kann.Entlang der Sollbruchstelle wird die Flasche mit kochendem Wasser übergossen und anschließend in kaltes Wasser getaucht (Vorsicht: Deckel von der Flasche abnehmen, sonst platzt diese). Durch die Temperaturunterschiede gibt es an der zuvor eingeritzten Linie einen glatten Bruch. Mit Schleifpapier wird die scharfe Kante glatt geschliffen. Beim Bohren der Löcher mit dem Glasbohrer sollte mit niedriger Drehzahl gearbeitet werden, damit das Glas nicht springt und vorsichtshalber eine Schutzbrille aufsetzen. Eventuell die Bohrstelle mit Wasser kühlen. Damit der Bohrer nicht abrutscht ist es hilfreich, ein Stück Kreppband über die Bohrstelle zu kleben, bis der Bohrer eine kleine Mulde ins Glas gebohrt hat.

Quellen

http://www.windowfarms.com/ (15.11.2013)

http://urbangardenmagazine.com/2010/11/windowfarm-%E2%80%9Cdiy-hydro%E2%80%9D-project-inspires-thousands/(15.11.2013)

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Vegan ernähren?! – Teil 2/3

Hier der zweite Bericht von Franziska:

Was sagen andere dazu?

Die Reaktion ist sehr unterschiedlich. Bei meinen Großeltern war es schon nicht leicht die vegetarische Ernährung durchzusetzen. Die Argumente gehen von “da fehlt es dir doch an was”, über “das ist doch nicht gesund”, “Fleisch ist doch sooo lecker”, “Wenigstens Fisch?”, bis zu “Was soll ich denn dann kochen?”. Da kann man sich gut vorstellen, was sie dazu gesagt haben, dass ich mich Wochen vegan ernähre. Der Härtetest kommt aber erst am Wochenende, an dem meine Großmutter Geburtstag feiert und schwer enttäuscht sein wird, dass ich keinen Kuchen essen werde.
Den Härtetest habe ich überstanden. Meine Großmutter war zwar etwas enttäuscht, dafür amüsierte es meinen Bruder sehr, dass mir statt dem Kuchen ein Ei angeboten, welches ich dann aber auch dankend ablehnte.

Ich glaube oder hoffe, dass sich heutzutage mehr Menschen Gedanken darüber machen, was sie essen, was natürlich auch damit zu tun hat, dass man den Luxus hat, sich mit solchen Themen beschäftigen zu können. Lebt man in sehr armen Verhältnissen wird man vermutlich nicht so einfach ein Glas Milch oder ein Stück Fleisch ablehnen können, da es einen ja vom Verhungern retten kann.
Oft ist auch die Rede davon, dass man als Veganer_in Mangelerscheinungen bekommt, da wichtige Nährstoffe fehlen. Diese Seite informiert darüber.

Die Meinung meiner Mutter ist, dass sie eine vegane Lebensweise sehr achtet und bewundert, es aber nicht leiden kann, wenn Veganer_innen versuchen andere zu bekehren. Andere halten mich für vollkommen bekloppt und meinen das da jetzt eh alles zu spät ist…
Meine Mitbewohnerin hat mich netterweise sehr unterstützt in dem sie sich auch weitgehend vegan ernährt hat. Eine andere Freundin, die sich vegan ernährt ist eher enttäuscht, dass ich mich nur für zwei Wochen vegan ernährt habe.

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Ökologie und Naturschutz im Weinberg

Das Seminar läuft! Heute hatten wir unter anderem in unserem Themenblog „Kulturlandschaft“ einen Beirag zu Ökologie und Naturschutz im Weinberg, den unsere Kursteilnehmerin Simone auch als Fließtext für die Wikipedia ausformuliert hat! Danke, Simone!

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Vegan ernähren?! – Teil 1/3

Im Rahmen des diesjährigen Seminars hat unsere Teilnehmerin Franziska eine besondere Seminararbeit übernommen – vegane Ernährung im Selbstversuch!

Der Hintergrund: Die industrielle Fleischproduktion hat immense Folgen für Mensch und Umwelt, wie z.B. der Fleischatlas deutlich macht.

Man muss deshalb nicht unbedingt ganz auf Fleisch verzichten, doch sollte man als Alles-Esser seinen Fleisch Konsum reflektieren und möglichst reduzieren. Dieser Selbstversuch soll dazu eine Anregung sein! Und Franziska ging gleich noch einen Schritt weiter – 2 Wochen kein Fleisch, Fisch, Milch, Eier oder andere Produkte tierischen Ursprungs.

Und hier ihre ersten Erfahrungen:

Im Zuge des Seminars “Saft für Nachhaltige Entwicklung machte ich es mir zur Aufgabe, mich zwei Wochen lang vegan zu ernähren. Da ich mich schon länger mit dem Thema beschäftige, schon ewig Vegetarierin bin und Freundinnen habe, die sich vegan ernähren, kommt mir diese Aufgabe eigentlich sehr gelegen.

Nun war der Start gar nicht so einfach: Am Wochenende wollte ich noch zu Hause das leckere Essen genießen und dann starten. Am Montag gab es in der WG eine Party mit Käsefondue. Und da ich darauf nicht verzichten wollte und mich nicht selbst betrügen möchte, fingen meine zwei Wochen erst am Dienstag an.

Einfach ist es nicht, sich vegan zu ernähren: Zumindest anfangs muss man bei jedem Produkt, das man kauft, die Zutaten lesen.Kauft man für sich selbst ein, so ist dies zwar umständlicher, aber machbar. Statt Butter Magarine, statt Milch Sojamilch, statt Käse Aufstriche. Dennoch: Auch in vermeintlich veganen Lebensmitteln sind manchmal tierische Produkte versteckt. Auf der Website von maqi kann man sich über solche Produkte informieren. Dabei stößt man auf Sauermolke in pflanzlicher Magarine, Hochzeitsnudeln aus 100% Hartweizengries mit 21% Ei und Sojajoghurt, für dessen Bakterienkulturen Milch verwendet wird…

Aufstriche von Zwergenwiese sind sehr zu empfehlen. Schmeckt nicht nach einem Ersatz für etwas anderes sondern nach einer Köstlichkeit.

Kommt man aber in Gesellschaft, so wird es schnell lästig. Das ist schon machmal als Vegetarierin so, aber meistens gibt es ja doch Beilagen…

Allerdings hat fast niemand Verständnis, wenn man den Kuchen nicht ist, die Schokolade verweigert, weder Wurst noch Käse aufs Brot macht, nichtmal ein Ei ist und zu guter letzt nichtmal ein Butterbrot verzehren möchte. “Was willst du denn dann überhaupt noch essen?”

In der Mittagspause ist es auch nicht einfach. Mensa: Beilagen oder Salat. Geht mal, aber nicht ständig. Beim Bäcker läuft es auf ein trockenes Brötchen raus und beim Falafel essen muss man sehr schnell sein, um die Joghurt-Soße abzulehnen.

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Saft für Nachhaltige Entwicklung 2013

Auch in diesem Jahr bieten wir  wieder das Seminar „Saft für Nachhaltige Entwicklung?“ im Studium Oecologicum / Schwerpunkt Nachhaltigkeit an der Unviersität Tübingen an. Heute ist der Schnittkurs mit Prof Dr Michael Weiß!

 

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Rückblick: Saft für Nachhaltige Entwicklung 2012

Im Wintersemester 2012 wurde das Seminar „Saft für Nachhaltige Entwicklung“ zum ersten mal angeboten.  Mit 15 Studierenden der Universität Tübingen und der Hochschule Rottenburg arbeiteten wir die Bedeutung von Kulturlandschaften und diskutierten die Konzepte des Naturschutzes vor dem Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung.

Auch der praktische Obstbaumschnitt gehörte zum Programm. Hierfür konnten wir den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer gewinnen. Nicht als Politiker (ok, das lässt sich nicht ganz vermeiden), sondern als Fachmann für den Öschberg-Schnitt und Sohn des Remstal-Rebellen.

Schnittkurs 2012

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